Um einen Wolkenbruch vollumfassend auskosten zu können, bedarf es günstiger Umstände, man darf kein Glück und muss außerdem Pech haben.
Ein guter Anfang ist es, eine Wetterapp mit volatiler Verlässlichkeit zu nutzen und sich trotzdem auf die vorhergesagten regenfreien Fenster zu verlassen. Wenn die Transportgötter gnädig gestimmt sind, ist das anvisierte Verkehrsmittel außer Betrieb. Und die Regengötter öffnen die Füllhörner für eine großzügige Ausschüttung. So üppig, dass Gassen, selbst in geschlossenen Gebäuden, zu Bachläufen werden, vor denen sich die unters Dach Geflüchteten wieder ins Freie retten müssen. Wo die Wettergötter, echte Ulknudeln, noch ein Eimerchen draufgeben und die Windgötter Schirme in die Flucht schlagen. Idealerweise ignoriert der lokale ÖPNV die Fahr- und Haltestellenpläne der Navigationsapp, und das Haltestellendach öffnet sich den Elementen. Und nun komm ins Spüren: Windböen, die dich anrempeln, Regenkiesel wie ein Peeling auf der Haut. Wenn die Intensität der Wetterbehandlung nachlässt, begib dich zu Fuß auf den Heimweg.




