Wo fange ich an?

Starte ich in der Umgebung und schlage mich durch die engen Gässchen von Beyoğlu? Das Wetter soll richtig sonnig werden. Oder nehme ich eine Fähre und schippere auf dem Bosporus/goldenen Horn? Bleibe ich im europäischen Teil, oder fahre in den asiatischen? Museum? Palast? Park? Hamam? Ok, letzteres ist wirklich was für trübes Wetter.

Am Ende gehe ich einfach aus dem Haus und folge meinem Instinkt – und der trägt mich erst mal zum Wasser, zur Fährstation Kasımpaşa. Von dort durch kleine Gassen, zu einem Hamam, den mir das junge Mädel im Frühstückscafé empfohlen hat, um herauszufinden, wann Frauentag ist, dann im Zickzack durch die Gassen, grob in Richtung Taksim-Platz.

Dort startet ein Rundgang im Reiseführer: die berühmte Istiklal-Straße. Aber hui, was auch immer früher daran berühmt war – heute ist es eine Hochglanz-Shopping-Meile mit künstlichem Lokalkolorit in Form von Verkäufern, die in Westen mit Wesirornamenten auf Kundenfang gehen. Und mit dieser Vintage-Erscheinung:

Ich biege ziemlich schnell nach links ab, wieder Richtung Wasser, diesmal Galata. Schaue noch in eine Kunstgalerie, und finde ein paar schöne Ecken.

Eigentlich will ich an der Promenade vom Galata-Port flanieren, aber mich trennt eine Glasscheibe davon und ich finden keinen Durchgang. Zwischen mir und dem Ufer stehen entweder Geschäfte oder Hotels oder Tiefgaragen. So lande ich an der Galatabrücke, wo viele Männer sich das Abendessen angeln, und auch direkt dort grillen. Und weil ich da schon ziemlich müde bin, nehme ich den Tünel, eine von japanischen Ingenieuren erdbebensicher gebaute Zacke, und fahre auf den Hügel, der meinem Hügel am nächsten liegt.

Türkisch ist übrigens ganz einfach: außer dem Tünel gibt gibt es noch den Asansör oder den Kuaför. Förtsetzung folgt.

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