Kayaking

Der Abenteuertourismus geht weiter. Ganz untypisch für uns stürzen wir uns in eine geführte Tour nach der nächsten. Aber was sollen wir machen, wenn die coolen Dinge nur mit Guide möglich sind?

Cool, das ist in diesem Fall eine Lagune mit Mangrovenwald im Reserva Nacional Gandoca-Manzanillo. Das Reservat wurde auf Mitinitiative der indigenen Bevölkerung gegründet und die NGO ATEC bietet eine Reihe von Touren, deren Einnahmen der indigenen Bevölkerung zugute kommen. Solchermaßen das Gewissen beruhigt machen wir uns – mal wieder bei Sonnenaufgang – auf den Weg ins 36 km (oder 1,15 h) entfernte Gandoca. Die Schotterpiste war einkalkuliert, aber nicht der abgeknickte Ast, der uns ein paar Kilometer vor dem Ziel den Weg versperrt. Zwei Jungs, die gerade hier lang laufen, helfen uns, das Gehölz so weit auf Seite zu biegen, dass sich unser Auto daran vorbeischieben kann. Pura Vida.

Unser Guide erwartet uns vor seinem Haus, wo wir auch die Toilette benutzen können. Er selbst trinkt gerade Kaffee und stellt mir seine Familie vor.

Mit seinem betagten Motorrad hat er bereits die Kayaks zum Bootssteg gebracht.

Zum Auftakt zeigt er uns noch das örtliche Maskottchen:

Und versichert uns, dass Kaimane das Wasser nicht verlassen und überhaupt friedliche Geschöpfe seien, solange man sie nicht reizt. Sprach`s und wedelt mit der Angelrute vor seiner Schnauze herum…

Nach einer weiteren Exkursion zu Spider Monkeys, Tukanen und Trogonen besteigen wir die Kayaks. Ach ja – wir sind die einzigen.

Vor uns liegt spiegelglattes Wasser, anfangs gesäumt von Palmen und es sind nur die Geräusche der Natur zu hören. Selbst ein Flüstern scheint zu laut zu sein.

Gilberto überlässt uns unserer Bewunderung und paddelt voraus, um sein Angelglück zu versuchen. Mit staunendem Schweigen steuern wir die Kayaks mehr oder weniger gekonnt über`s Wasser. Die Paddel verursachen ein Plätschern, das sich harmonisch in die Geräuschkulisse einfügt. Nach und nach übernehmen die Mangroven das Feld.

Dann zweigen wir vom Hauptstrom in einen Seitenarm ab.

Je tiefer wir hineinpaddeln, desto näher rücken die Ufer zusammen. Wir umfahren Baumstämme, rutschen gerade noch so über Wurzeln und lassen uns mit geschlossenen Augen treiben. Zuerst schrillt nur die Singzikade, aber dann schälen sich darunter leisere Töne heraus: das Summen von Bienen, Vogelgezwitscher (oder Frösche?) und das Anbranden der Wellen auf den Strand.

Das ist auch unser nächstes Ziel: Hier strömt bei Flut Salzwasser in die Lagune und so entsteht das Brackwasser, in dem die Mangroven gedeihen.

Und hier wartet noch eine besondere Begegnung: Gilberto erspäht eine Seekuh im Meer nahe am Strand. Es ist zwar nur eine Anmutung und könnte genausogut Nessie sein, aber es ist trotzdem schön zu wissen, dass es sie dort – noch – gibt.

Categories


Recent Posts