Tortuguero

Unsere letzte Station, bevor es zurück nach San José, dem Ausgangs- und Endpunkt unserer Reise geht ist der Tortuguero Nationalpark an der nördlichen Karibikküste. Von Juli bis Oktober kommen hier Meeresschildkröten zur Eiablage an die Strände. Aber dazu mehr im nächsten Post. Der Nationalpark und das gleichnamige kleine Städtchen sind nur mit dem Boot erreichbar. Die Hauptroute führt von einem abgelegenen Ort im karibischen Hinterland in einer 1-stündigen Bootsfahrt zum Park.

Am Abfahrtsort des Bootes erwartet uns mal wieder costa-ricanische Perfektion in der Betreuung und Lenkung von Touristenströmen. Schon bei der Einfahrt in den großen Parkplatz nehmen uns mehrere Betreuer in Empfang. Der erste fragt uns nach unserem Hotel, er ruft den zweiten, der für das genannte Hotel zuständig ist. Dieser hat unsere Namen schon auf einer Liste, verkauft uns gleich die Fahrkarten für‘s Boot, und erklärt uns, wie der weitere Plan ist: Auto parken, im Restaurant warten, bis wir zu dem für uns bestimmten Boot geleitet werden, bei Ankunft in Tortuguero uns dem dortigen Betreuer anvertrauen, der uns ins Hotel begleiten wird. Ein Dritter verkauft uns noch die Parktickets. Auf dem Parkplatz zeigt uns ein Vierter, wo wir das Auto abstellen sollen und erklärt uns, dass er uns in etwa 45 min. im Restaurant abholen wird und zum Boot begleiten.

Das Boot bringt uns in einer knappen Stunde über einen der vielen Flüsse nach Tortuguero. In dem kleinen Örtchen gibt es keine Autos – man bewegt sich mit Fahrrädern, Booten oder zu Fuß fort. Etwa 1000 Menschen leben hier – alle irgendwie vom Tourismus. Es ist gemächlich und auf karibische Art sehr entspannt alles.

Am nächsten Morgen brechen wir früh zu einer Kanutour auf den Flüssen und Kanälen rund um Tortuguero auf. Wir sehen Iguanas, diverse Seevögel, Kaimane, Affen.

Es ist relativ viel los – wir sind nicht das einzige Boot, das unterwegs ist.

Dennoch ist die Stimmung so früh am Morgen immer ganz besonders. Die Tiere sind laut bevor sie mit zunehmender Hitze leise werden. Man hört lautes Geschrei der Brüllaffen, das Krächzen von grünen Aras, Vogelgezwitscher, Zikadengesang, Frösche.

In engen Kanälen schimmert die Sonne durch das Blätterdach. Millionen von Grüntönen, die keine Kameralinse in ihrer ganzen Schönheit einfangen kann.

Am späten Vormittag erwartet uns ein Waldspaziergang mit unserem Guide Chamba. Er ist ein engagierter Local, der seit 17 Jahren als Volunteer hier arbeitet. Wir sind 2,5 Stunden unterwegs für einen Weg von vielleicht 500 Metern. Er weiß alles über die Tiere und Pflanzen hier, über die Geschichte des Parks, das Leben im Ort. Es ist eine Freude an seiner Begeisterung und an seinem Engagement für den Schutz der Natur hier teilzuhaben. Nebenbei sehen wir noch einen Ochsenfrosch und einen Pfeilgift-Frosch. Ersterer hat eher Krötenformat, letzterer ist nicht viel größer als eine Euro-Münze. Hat aber genug Gift, um 10 Mensch zu töten. Allerdings nur bei Berührung und nur, wenn das Gift durch eine offene Wunde in den Körper gelangen kann. Dann kommt allerdings jede Hilfe zu spät. Das Nervengift bringt den schnellen Tod.

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