
Als treue Leser habt ihr euch sicher schon gewundert, dass wir schon über einen Monat in Hawaii sind, aber noch nie Bilder von einem Vulkan gepostet haben. Ist das hier nicht die Insel von Kilauea, Mauna Kea, Mauna Loa und wie sie alle heißen?!?!
Doch, ist sie!
Und alles, was wir bisher nicht gemacht haben, nämlich den Hawaii Volcano National Park, haben wir in der letzten Woche gründlich nachgeholt. Man bezahlt für den Park 15 Dollar und das Ticket ist dann 7 Tage gültig. Wir waren von den 7 Tagen 6 hier und heute – mit neuem Ticket – schon wieder, weil Lennard es sich gewünscht hat…. Wenn wir das nächste Mal kommen, kriegen wir vermutlich eine Urkunde oder kommen ins Guiness Buch der Rekorde oder so was. Manche Ranger kennen Lennard schon mit Namen.
Aber jetzt zum Vulkanischen….Der aktuelle Ausbruch des Kilauea hat 1983 angefangen. Er spuckt also seit 32 Jahren mehr oder weniger ununterbrochen irgendwo Lava raus. Das ist natürlich ziemlich cool. So aus touristischer Sicht. Allerdings muss man auch gerade Glück haben, dass die Lava irgendwo fließt wo man sie auch sehen kann. Das ist im Moment leider nicht der Fall, es sei denn, man steigt in einen Helikopter. Ist aber nicht so, dass es hier nichts zu sehen gäbe.
Kilauea Krater
Etwas Theorie vorweg: Der Kilauea hat einen riesigen Krater.

Darin gibt es nochmal einen kleineren Krater, den Halemaumau. Der sieht bei Tag so aus.

Halt ein Loch, aus dem Rauch raus kommt, werdet ihr sagen. Ja, dachten wir auch. ABER innen im Krater, wo der Rauch raus kommt, ist ein Lavasee. Spektakulär wird das ganze nun erst, wenn es dunkel ist. Da kann man nämlich den Lavasee leuchten sehen.

Thurston Lava Tube

Was aussieht, wie ein von Menschen gegrabener Tunnel ist in Wirklichkeit eine Lava Tube. Die entstehen, wenn die obere Schicht der flüssigen Lava abkühlt und fest wird, die Lava darunter aber noch weiter fließt. Wenn der Lavastrom dann irgendwann versiegt, fließt die flüssige Lava innen ab und zurück bleibt eine hohle Röhre.

Kilauea Iki
Ist ein kleiner Nebenkrater (iki = klein) des Kilauea.

Hier gabe es 1959 eine Eruption, die den Kraterboden mit einem riesigen Lavasee gefüllt hat. Über den kann man jetzt drüber spazieren.

Sulfur Banks
Wo es aus der Erde raucht, dürfen natürlich auch die Schwefelbänke nicht fehlen.

Chain of Craters Road
Die Straße führt vom Kilauea hinunter an die Küste. Das sind etwa 30 Kilometer und rund 1000 Höhenmeter.

Ganz unten dann von Wind und Wellen gebeutelte Steilküste aus Lava.

Mit fotogenem Sea Arch

Petroglyphen
Für den prähistorische Durchschnittshawaiianer war die gängigste künstlerische Ausdrucksform die Petroglyphe.

Man fragt sich, durch welches Wunder dieses Petroglyphenfeld bisher davon verschont blieb, von Lava überspült zu werden.
Napau Trail
Nochmal bisschen Theorie…
Beim Kilauea kommt die Lava nicht nur aus dem Hauptkrater, sondern auch noch über eine Flankeneruption aus dem Puu Oo. Das ist der Hügel, den man hier in der Ferne sieht.

Er liegt am ganz äußeren Ende des National Parks und die Lava fließt
in die andere Richtung raus. Da kommt man nicht hin, weil alles
Privatland. Vom Park aus kann man eine Tageswanderung machen, die
einen zumindest etwas näher an den Puu Oo führt.
Diese führt zunächst über endlose Lavafelder, vorbei an diversen anderen Kratern

durch Farnwälder

an die von Lava überspülte ehemalige Chain of Craters Road

zum Napau Crater.

Von dort kann man ihn dann sehen, den Puu Oo.

Näher ist nicht ran zu kommen. Wäre auch zu gefährlich wegen der vulkanischen Gase. Selbst in dieser Entfernung spürt man ein Kratzen im Hals.

Sehr faszinierend, das alles.
Um unsere Vulkan-Erfahrung abzurunden, haben wir sogar ein Erdbeben erlebt. Neulich Abend, zuhause auf dem Sofa. Auf einmal fängt alles an zu wackeln. Das Beben war nur klein (5.2) und es ist auch alles heil geblieben, aber deutlich spürbar war es doch. Das Merkwürdigste war die Stille danach. Sogar die Frösche hatten aufgehört zu quaken….
