Um noch etwas mehr von der Napali Coast zu sehen, machen wir noch eine Bootsfahrt an der Küste entlang.

Um halb drei Uhr nachmittags sammeln sich also etwa 40 Urlauber am Check-in zur Cruise. Nachdem wir alle eingecheckt haben, übernimmt uns Captain Chad. Das ganze beginnt erstmal mit einer 10-minütigen Motivations- und Gute-Laune-Einführung während der Chad uns die Dos and Don’ts auf seinem Katamaran näher bringt. Das wichtigste „Do“ für Chad ist „Have Fun“. Die Don’ts werden etwas weniger ausführlich behandelt, hierunter fällt z.B. „Don’t throw up IN the boat when you get seasick“. Dem Thema Seekrankheit widmet er sich noch etwas ausführlicher. Chad kennt auch hierfür Abhilfe. Neben „einen Punkt an Land fixieren“ und „Tell me or my crew we can fix you up“, „Take off your sunglasses“ kommt auch dieses wertvolle Stück Information dabei herum: „Alcohol works wonders“, wobei er sofort bestreitet, das jemals gesagt zu haben. Gut, jetzt wissen wir auch, warum es auf der Cruise nicht nur Softdrinks sondern auch Mai Tai gibt… Dann verspricht uns Chad noch einen unvergesslichen Abend, auf dem wir Dinge sehen werden, die die anderen (zur selben Zeit legen etwa 5-7 weitere Boote mit demselben Ziel ab) Ausflügler auf den anderen Booten nicht sehen werden. Gut, wenn genügend Mai Tais im Spiel sind, wird diese Prophezeihung vielleicht sogar wahr….Nach diversen „Yeahs“ und „Alohas“ unsererseits in Antwort auf Chads Einpeitsch-Show, führt er also 40 hoch-motivierte, überaus gutgelaunte, erwartungsvolle Dinner-Cruiser zu seinem Katamaran. Schuhe werden gleichmal ausgezogen und an Land deponiert und dann geht es auch schon los. Bis man die eigentliche Napali Coast erreicht, müssen erstmal diverse Meilen gegen doch ziemlich hohe Wellen zurückgelegt werden. Doch Chad ist fest entschlossen, und läßt seinen Katamaran über die Wellen reiten. Die Ersten hat die Seekrankheit schon erwischt, weswegen Chad nach etwa einer Stunde Fahrt die ersten Mai Tais servieren läßt. Aber bei manchen hilft das wohl auch nicht, da hilft nur noch der Hang über die Reling. Uns geht es glücklicherweise gut. Wir haben vorausschauend noch was gegen Reiseübelkeit eingenommen und die Mai Tais lassen wir auch weg. Damit keine Langeweile aufkommt unter den Nicht-Seekranken bietet Chad noch eine Titanic Photo Opportunity am Bug seines Katamarans. Mit original Soundtrack (Thanks Celine, you’re unforgotten) und garantierter Vollkörperdusche. Bei diesem Klima ja eher willkommen als gemieden. Wer diese Gelegenheit, schön nass zu werden verstreichen läßt, hat im Laufe der Fahrt allerdings noch reichlich Zeit, das Versäumte nachzuholen, denn die Wellen, gegen die wir auf unserem Weg nach Norden anfahren müssen sind mitunter doch recht hoch und schwappen immer mal wieder fröhlich bis in die hinterste Ecke des Decks. Chad erzählt uns währenddessen allerlei Wissenswertes über die Küste, hawaiianische Bräuche, das Leben seiner Vorfahren, etc.

Inzwischen sind wir auch an den spektakulärsten Abschnitten der Napali Coast angekommen.

Ein paar von uns schwenken trotz der immerwährend lauernden Gefahr einer ordentlichen Dusche die Kameras.

Sogar Delfine sehen wir. Sie schwimmen eine kurze Weile direkt vor unserem Bug. Chad zeigt uns sea caves, archways, beaches und kann auch sämtliche Drehorte der letzen 20 Jahre verlässlich herbeten. Das reinste Dreh-Mekka hier. Kaum verwunderlich, die Kulisse ist echt atemberaubend.

Am Kalalau Valley drehen die meisten anderen Boote wieder um, aber nicht so Captain Chad. Und Chad wäre nicht Chad, wenn er sein Versprechen nicht halten würde uns mehr zu bieten, als die anderen. Chad zeigt uns noch einen Wasserfall, der in einer Höhle endet,

fährt uns unter einen Wasserfall (mit Regenbogen), damit auch die letzten noch nicht Geduschten, die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen können – diesmal mit Süßwasser.

Und fährt uns noch bis Honokua Valley, also bis fast ganz in den Norden der Napali Coast. Als wir umdrehen sind wir nicht nur alle nass sondern auch eingefleischte Captain-Chad-Fans. Die Fahrt zurück ist nicht zu vergleichen mit dem Wellenritt hin. Da wir jetzt mit den Wellen und dem Wind fahren ist es auf einmal total ruhig. Keine Wasserduschen mehr, kein Windpfeifen, kein Heulen der Motoren, die gegen die Wellen ankämpfen.

Wir können die einzelnen Täler der Napali Coast nochmal in aller Ruhe im Abendlicht genießen, dann gibt es noch Dinner und alle sind glücklich.

Als wir den langweiligen Teil der Küste erreichen, dreht Chad nochmal auf. Und zwar seine Audio-Anlage. Er legt allerlei Schlager zum Mitsingen und –tanzen auf und eingedenk seines Credos „You are here to have fun“, haben wir ebendiesen. Als Chad eines der anderen Boote fast einholt, hat er die glorreiche Idee, denen mal zu zeigen, WIE viel Spaß wir hier bei ihm haben. Und so stehen 40 Verrückte auf Chads Deck und grölen und tanzen zu „YMCA“ in Richtung des anderen Bootes. Die Kommentare der anderen Captains kann man sich vorstellen: „Oh yeah, that’s Chad. He’s crazy. Fills them up on Mai Tais and they go wild“…
Chad hat übrigens die ganze Fahrt keinen Tropfen angerührt. Chad ist der Typ, der keinen Alkohol braucht, um Spaß zu haben und wenn er doch mal trinken sollte, dann Gnade uns Gott!.

