Eine weitere gut von Osaka aus zu erreichende Destination ist die Stadt Kobe. Außerhalb Japans vor allem bekannt im Zusammenhang mit dem großen Erdbeben, das die Stadt 1995 erschütterte. Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch erinnern an die Fernsehbilder von damals einer völlig in Trümmer liegenden Stadt.
Wir besuchen das Earthquake Memorial Museum der Disaster Reduction and Human Renovation Institution – das multimedial und immersiv das Erdbeben und den Weg der Stadt zurück in eine Normalität aufbereitet.
Viele Besucher scheinen nicht den Weg hierher gefunden zu haben an diesem Tag. Vom freundlichen und motivierten Personal werden wir gleich zum ersten Programmpunkt geschoben – in ein kleines Kino, das ton- und bildgewaltig das Erdbeben an verschiedenen Punkten der Stadt filmisch wiedergibt. Einstürzende Highways, Wolkenkratzer, Häuser, Einkaufszentren, Brücken, zersplitterndes Glas, laute Knalls, ausbrechende Feuer. Das Beben ereignete sich um Viertel vor sechs an einem Januarmorgen. Die meisten Menschen wurden davon aus dem Schlaf gerissen. Man kann sich kaum vorstellen in welchen Albtraum sie dort aufwachten.
Nach der 7-minütigen Katastrophen-Beschallung sind wir ziemlich mitgenommen. Glücklicherweise geht es etwas ruhiger weiter mit Bildern und Berichten der Ereignisse gefolgt von Informationen über die Maßnahmen zur Evakuierung, Bereitstellung von Notunterkünften, Wiederaufbau. Die Menschen wurden von heute auf morgen aus ihrem normalen Leben gerissen, hatten teilweise Familienangehörige verloren, mussten monate- teils jahrelang in Notunterkünften leben. Am Anfang gab es kein fließendes Wasser, keine Heizung.
Wir kommen ins Gespräch mit einer reizenden, sehr gut englischsprechenden, älteren Dame. Sie erzählt uns über das Beben und die Zeit danach. Sie erzählt uns, dass ihre Großeltern immer gesagt hätten, dass es in Kobe kein Beben geben könnte. Vermutlich eher Autosuggestion, um mit der tagtäglichen Gefahr besser klarzukommen…Und dass sie erst dachte, es hätte eine Gasexplosion gegeben und garnicht an ein Beben dachte. Dass das Ganze nur 16 Sekunden gedauert habe. Und dass der Strom relativ schnell wieder da war, weil in Japan die meisten Stromleitungen oberirdisch verlaufen. Und dass ihre Familie Glück hatte, weil das Haus nicht zerstört wurde und sie dort wohnen bleiben konnten und nicht in eine Notunterkunft mussten.
Es folgt ein experimenteller Bereich, wo man Tsunamiwellen nachstellen kann, mit einem Hammer selbst ein Erdbeben erzeugen, ein Quiz zum richtigen Verhalten im Katastrophenfall machen kann….
Um nach den ganzen Katastrophenszenarien noch was Schönes zu machen und noch etwas mehr von Kobe zu sehen, nehmen wir die Seilbahn auf einen der die Stadt umgebenden Hügel.

Wir schweben gemütlich hinauf ins Grüne. Unter uns die Wolkenkratzer und der Hafen. Richtung Osten kann man bis Osaka sehen.


Oben gibt es einen Herb and Flower Garden durch den man wieder hinunterspazieren kann.


Unterwegs gibt es Hängematten, von denen aus man den Blick hinunter auf die Stadt genießen kann.

Über uns schweben die Gondeln talwärts.

Auf dem Weg nach unten kommt man noch an einem Wasserfall vorbei.


Und an weiteren schönen Ausblicken auf die im Abendlicht liegende Stadt.

