Istanbul – Vom Ankommen

Die Reise beginnt vor Sonnenaufgang um 7:30 Uhr in Stuttgart bei Schneegriesel und endet nach Sonnenuntergang in Istanbul bei spätsommerlichen 15 Grad. Dazwischen liegen eine geschlossene Schneedecke und eine Eisschicht auf dem Flugzeug, Turbulenzen in der Luft und der wirklich sehr schöne ungarische Film „Some Birds“ als Bordunterhaltung.

Wenn auch auf der europäischen Seite gelegen, befindet sich der Flughafen und meine Wohnung nicht in der EU und somit habe ich auch keine mobilen Daten. Das habe ich aber nicht bedacht. Mit einem hektisch zugekauften Datenpaket schaffe ich es gerade so in die Wohnung. Und das auch nur, weil ich Screenshots der Zugangscodes gemacht und das Kartenmaterial von Google Maps für Offline-Benutzung heruntergeladen hatte. Das passiert mir auf jeden Fall nicht mehr.

Am Flughagen erwerbe ich eine „Istanbulkartu“ für den Nahverkehr, die mir die Schranken zur Metro am Flughafen problemlos öffnet, nicht aber diejenigen beim Umsteigen in der Stadt. Das weiß ich aber noch nicht, als mich ein junger Mann ausmacht, weil ich den Weg durchs Metro-Labyrinth suche. Er nimmt sich meiner an, als wäre ich seine, im analogen Zeitalter stehengebliebene Mutter, und das mit soviel Engagement, dass ich, sollte ich die Karte aufladen müssen, wohl wieder einen jungen Mann brauche. Kurz und gut: die blaue Istanbulkartu taugt zwar für die Strecke zum/vom Flughafen, in der Stadt braucht man eine rote. Diese Karte kauft man an einem Automaten, aktiviert sie an einem anderen Automaten, und lädt sie, zurück am ersten Automaten, auf. Dann hat mein Guide mir noch dreimal den Weg zum Bahnsteig erklärt und mit einem Luftkuss verabschiedet. Ist das sein Broterwerb?

An der Schranke zum Bahnsteig zücke ich aus Versehen die blaue statt der roten Karte und schon springen 2 weitere junge Männer herbei, als wären sie auf einer Mission.

Istanbul hat angeblich den Beinamen „Stadt der sieben Hügel“. Beyoğlu hat mindestens schon mal zwei: der, auf dem die Metro-Station sitzt und und der, auf dem meine Wohnung steht, und dazwischen ist ein Graben, ungefähr wie auf dem Bild.

Istanbul, Beyoğlu

Die Belohnung beim Ankommen: eine phantastisches Aussicht.

Selfies – öööhhh.

Kurz durchschnaufen, Tee trinken, beim Späti um die Ecke noch das Nötigste holen und den nächsten Tag planen – damit geht der erste Tag zu Ende.

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