Auch auf Maui ist ein Phänomen zu beobachten, mit dem wir schon auf den anderen Inseln konfrontiert waren: es gibt nie eine Straße, die einmal ganz um die Insel rumführt. Wenn man also im Norden wohnt und in den Osten will, kann man nicht einfach obenrum fahren, nein, man muss einmal um die ganze Insel rum. Während man sich das in Kauai noch mit der straßenbaulichen Herausforderung von Steilklippen mit tiefeingeschnittenen Tälern erklären kann, und auf Big Island mit unvorhersehbaren Lavaströmen, die bestehende Straßen einfach abgeschnitten haben, fallen die Erklärungsversuche auf Maui etwas schwerer… Warum muss ich, wenn ich an der Westküste wohne und an die Südküste möchte, erst nach Norden fahren, dann eine andere Straße nehmen, die eine Weile nach Osten führt, dann nach Süden abbiegt und dann mehr oder weniger parallel zu der Straße verläuft, von der ich losgefahren bin? Diese Frage scheint sich Oprah Winfrey auch gestellt zu haben. Allerdings sind Oprah natürlicherweise andere Mittel gegeben als unsereinem. Sie beließ es nicht beim bloßen Infragestellen dieser Sinnlosigkeit. Nein, Oprah hat Nägel mit Köpfen gemacht und dem Missstand ein Ende bereitet, indem sie sich einfach eine Privatstraße hat bauen lassen. Leider scheint ihr Sinn für Gemeinnützigkeit nich derart ausgeprägt zu sein, dass sie andere auf ihren Asphalt ließe…
Um also zum an der Südküste gelegenen Pipiwai Trail zu gelangen, können wir entweder von unserer Westküste im Uhrzeigersinn einmal um die Insel rumfahren oder eben erst in den Norden und von dort aus dann in den Süden….you get the picture… Wir entscheiden uns für den Hinweg für die vermeintlich kürzere letztere Option. Diese führt uns an die windige, trockene Südwestküste der Insel….

….in das gründe Paradies des Südostens.

Hier fallen einem die tropischen Früchte förmlich von oben in den Mund. Am Straßenrand liegen haufenweise Mango und Maracuja. Während Mango allerdings nach dem Fall von den monumentalen Bäumen nicht mehr so genießbar sind, machen sich Maracuja als Fallobst hervorragend. Unser Bedarf für die nächsten Tage ist also gedeckt….
Der Pipiwai Trail führt 2 Meilen von der Küste landeinwärts zu einem Wasserfall. Der Weg führt durch riesige Bambuswälder.

Wo der Bambus erstmal Fuß gefasst hat, gibt es wenig Hoffnung für andere Pflanzen. In ein paar Jahrzehnten gibt es dort vermutlich nicht mehr viel anderes als Bambus. Im Moment haben wir allerdings noch Glück und das Bambusdickicht ist irgendwann zu Ende.

Auch der Wasserfall am Ende des Trails enttäuscht nicht.

Zurück an der Küste kann man noch in einem der “Seven sacred pools” baden. Den Namen verdanken sie allerdings nicht irgendeinem geheiligten Wasser, sondern der Findigkeit eines Hoteliers der Gegend, der sich ausgerechnet hat, dass der Name “Seven Sacred Pools” mehr Touristen anziehen wird, als der Name “Oheo Gulch”.

Die badenden Massen lassen uns allerdings schnell die Flucht ergreifen, sacred hin oder her.
