Kyoto – die Stadt der Tempel und Schreine. Wer wie wir den Unterschied zwischen Tempel und Schrein nicht kennt: Tempel ist buddhistisch, Schrein ist Shintoistisch. Es gibt hier von beidem so viele, dass man Wochen beschäftigt wäre, sie alle anzuschauen. Wir nehmen uns also mal die bekanntesten vor.
Anders als in Tokio ist hier überall die Hölle los. Die Stadt schwärmt von Touristen. Vor allem viele Chinesen, die in ganzen Busladungen unterwegs sind. Es sind also keine Orte der Ruhe oder inneren Einkehr, die man hier findet, sondern überlaufene Sehenswürdigkeiten.
Nichtsdestotrotz sind sie wunderschön anzusehen.
Kiyomizu-dera
Schönheit in orange mit schönem Blick über die Stadt.



Die Straßen auf den Tempel zu und drum herum sind voller Souvenir-Shops und Kimono-Verleihs. Erstaunlicherweise gibt es unglaublich viele Menschen, die sich Kimonos ausleihen und damit durch die Tempel spazieren.

Fushimi-Inari Taisha
Ja, genau, der mit den orangenen Toren.

Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, früh dort zu sein, wegen der zu erwartenden Massen. Doch leider schaffen wir es mal wieder nicht wirklich früh aus dem Haus zu kommen. Als wir um 9:00h dort sind, sind alle anderen auch schon da. Glücklicherweise ballt es sich nur unten so. Die tori führen zwei Kilometer den Berg hinauf. Irgendwann verläuft es sich dann doch und man kann den Gang durch die Aberhunderte von orangeleuchtenden Toren genießen. Drumherum ist tropisch anmutender Wald, es ist heiß und feucht, aber meistens schattig.

Die Tore werden übrigens von japanischen Unternehmen gespendet für den Erfolg ihrer Geschäfte. Alle zehn Jahre werden sie erneuert. Auf der Rückseite jedes Tores steht der Name des Unternehmens, das das Tor gespendet hat.


Kinkaku-ji
Hier hat man sich nicht mit orangenem Lack aufgehalten sondern hat gleich ordentlich aufgetragen, nämlich echtes Gold.


Kurz vor dem Ausgang kann man noch die obligatorischen Glückszettel ziehen. Diesmal nicht umständlich durch Schütteln einer Box und Stäbchen und Schublade, sondern ganz unkompliziert aus dem Automaten. Hier gibt es sogar Schicksal auf Englisch:

Wie immer für 100 Yen. Auf dem Zettel, der rauskam steht:
Underneath the moon, getting close to the white bush clovers, I feel them touch my sleeves with their fragrance
Da kann doch jeder Glückskeks echt einpacken bei soviel Poesie. Es steht noch Detaillierteres drauf zu wish, expected visitor, missing thing, travel, business, study, speculation, game and match, love, removal (?), childbirth, illness, marriage proposal. Und wenn man nicht zufrieden ist mit seinem Schicksal, dann gibt es daneben auch die fortune dust can, wo man sein Schicksal direkt entsorgen kann.
