Pompeii

Ein Besuch in Pompeii ist natürlich absolut zwingend. Wir haben ein Eintrittsticket ab 13:00h gewählt und entscheiden uns für den hinteren Eingang – die Porta Anfiteatro. Eine gute Wahl. Es gibt keine Schlange und wir können direkt rein gehen. Im Unterschied zum übersichtlichen Herculaneum ist Pompeii riesig. Es empfiehlt sich, den Besuch wenigstens ein bisschen zu planen und sich über die sehenswertesten Häuser zu informieren. So vorausschauend waren wir leider nicht und stolpern auch erstmal planlos von Haus zu Haus – was sich eben gerade so auf dem Weg befindet. Zunächst landen wir im Landhaus der Julia Felix. Einem Landgut mit Gärten und schönen Innenhöfen. Bemerkenswert ist das Triclinium, das Speisezimmer, wo man Gäste mit opulenten Mahlen bewirtete, die im Liegen zu sich genommen wurden. Die Treppe in der Wand ist ein Brunnen, wo das Wasser herabplätscherte.

Weiter geht es auf der Hauptstraße. Hier kommen wir zum Haus der Venus in der Muschel. So genannt wegen des gut erhaltenen Freskos.

Oder hier das Sommer-Triclinium im Haus von Trebius Valentius mit farbigen Panelen und einer von 4 Säulen getragenen Pergola.

Aufwändig gestaltete Mosaik-Fußböden mit Bildern und Mustern finden sich in vielen Häusern – wie hier in dem von Paquius Proculus. Mit einer Variante des Cave Canem Motivs.

Klar war in einer Stadt wie Pompeii auch für das leibliche Wohl gesorgt. Man aß offensichtlich nicht nur daheim im Liegen, sondern auch gerne auswärts. In einem Thermopolium z.B., wo es Warmes aus den in den Tresen eingelassenen Gefäßen und Getränke gab. Wie hier im Thermopolium des Vetutius Placidus. Das Fresko ist das Lararuim, der Schrein zur Verehrung der Hausgötter.

Im Haus der Ceii findet sich dieses farbenfrohe Fresko mit Raubtieren bei der Jagd.

Tierabbildungen aller Art erfreuten sich großer dekorativer Beliebtheit. Wie auch hier im Haus des Achilles-Lararium: zwei von Amoren gelenkte Elefanten.

An Luxus fehlte es nicht. Schattige Peristyle, plätschernde Impluvien, schöne Aussichten. Viele Häuser hatten auch eigene Badebereiche.

Für die anderen gab es eine Reihe öffentlicher Thermen über die ganze Stadt verteilt. Auch diese reich verziert und kunstvoll gestaltet. Forum Thermen mit Nischen zum Verstauen der Kleidung im Umkleideraum.

Einige Häuser sind weitläufig und nehmen eine ganze Insula (Block) ein. Wie das berühmte Haus des Fauns. So benannt wegen der Statue des tanzenden Fauns.

Das Haus hat zwei Perystyle, die voneinander durch eine Exedra (Aufenthaltsraum) mit einem riesiges Mosaik abgetrennt werden, das die Schlacht zwischen Alexander und dem Perserkönig Darius zeigt.

Das Haus war reich dekoriert mit kunstvollen Mosaiken, von denen sich einige gut erhalten im Museum in Neapel befinden. Wie dieses einer Nil-Szene mit exotischen Tieren.

Oder diese Haustierszenen.

Fast nebenan das Haus des Tragischen Poeten mit dem berühmten Cave Canem Mosaik. Leider ist das Haus am Tag unseres Besuchs nicht geöffnet. Wir können also nur einen Blick durch den verglasten Eingang werfen.

Den Namen hat das Haus wegen dieses Mosaiks (hängt im Museum in Neapel). Es zeigt Schauspieler, die Vorbereitungen für einen Auftritt treffen.

Ebenfalls in Regio VI befindet sich das Haus der Vettier, einer eleganten Villa. Schon das erste Fresko, auf das der Blick im Eingangsbereich fällt, ist auffällig. Es war jahrelang mit einer Holzplatte verdeckt und nur männlichen Besuchern auf Wunsch gezeigt.

Ebenfalls im Vestibül gibt es ein in den Putz geritztes Graffito, das dem Anschein nach die Dienste einer Prostituierten anbietet. Es liest sich EUTYCHIS GRAECA A II MORIBUS BELLIS

EUTYCHIS, Griechin, 2 Asse, gute Manieren

Alle Räume sind reich mit Fresken bemalt. Besonders heraus sticht der Raum der Cupide, wo detailreich ein Heer von kleinen Cupidfiguren Alltagsdinge verrichten. Wie hier z.B. Wein verkaufen

Darüber Fresken auf rotem Grund.

Das Haus hat zwei Exedrae – beide mit aufwändiger Bemalung.

Dädalus zeigt Pasiphaë die hölzerne Kuh (links) und Ixion auf dem Rad (rechts) in NO-Exedra
Herkules erdrosselt die Schlangen (links) und der Tod von Pentheus (Mitte)

Das Haus hatte auch ein Gynaeceum – einen eigenen Bereich für Frauen. Mit kleinem Innenhof und Portico.

Hier wurde außerdem über eine Rinne das vom Dach abgeleitete Regenwasser in die Zisterne (runder Deckel) geleitet

Nicht zu vergessen das riesige Peristyl, dessen Säulengängenreich mit Fresken verziert sind.

Und über allem immer der Vesuv

Im Archäologischen Museum von Neapel gibt es nicht nur weitere schöne Mosaike und Fresken aus Pompeii sondern auch ein Korkmodell der gesamten Anlage, sogar mit jeweiliger Wandbemalung.

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