Heute fahren wir mal raus aus der Megacity – zum Berg Takao. Das nächstgelegene Naturerlebnis für die Tokioter. Unsere Vermieterin bereitet uns auf Menschenmassen dort vor. Nach einer knappen Stunde Zugfahrt sind wir auch schon dort. Es ist unter der Woche und ein normaler Arbeitstag. Die Menschenmassen sind heute garantiert nicht dort. Wir sind so ziemlich die einzigen, die sich auf den Weg den Berg hinauf machen. Könnte auch daran liegen, dass bei unendlicher Schwüle und um die 35°C alle anderen die Seilbahn nach oben nehmen. Wanderwege gibt es zuhauf. Der Hügel ist gut erschlossen.

Trotzdem hat man das Gefühl, weitab jeder Stadt mitten in der Natur zu sein. Wildes Vogelgezwitscher und Grillenzirpen lassen jeden Verkehrslärm vergessen. Geruch, Hitze und Geräusche erinnern eher an eine Dschungelexpedition, als an einen Tagesausflug aus der Millionenstadt.

Außer ein paar Rentnern, die uns entgegenkommen, sind wir ziemlich allein.

Oben gibt es eine Aussichtsplattform mit einem kleinen Imbiss. Von hier könnte man bei gutem Wetter den Fuji sehen.

Wir kühlen uns etwas ab mit Eis und kalten Getränken.

Man scheint hier in der Tat auf größeren Andrang vorbereitet zu sein. Was schon allein die Wegführung vor der Damentoilette vermuten läßt.

Auf dem Weg nach unten kommen wir noch an einer Hängebrücke vorbei.

Immer wieder treffen wir auf solche Steinmännchen.
Die Männchen stellen den Gott Kshitigarbha dar, der arme Seelen in die
Unterwelt begleitet. Die rote Kappe und Lätzchen fertigen meist Eltern an,
die ihre Kinder verloren haben.

Aussicht gibt es auch nochmal. Im Dunst kann man die Wolkenkratzer von Tokio erahnen.

Das letzte Stück nach unten fahren wir mit einem klapprigen Sessellift. Zum Einsteigen wird man von zwei Ordnern auf ein Fließband gebeten, auf dem man dann nach vorne fährt (bloß nicht mitlaufen, da werden die Ordner auf einmal ganz hektisch), bis von hinten der Sessel ankommt. Bügel, damit man nicht vorne rausfällt, gibt es keine. Dafür etliche Warnschilder “Don’t shake”. In der Mitte der Fahrt sitzt plötzlich ein Fotograf in einem Busch und macht mit lautem Rufen auf sich aufmerksam. Alles in allem eine sehr kurzweilige Fahrt.

Bevor man unten in den Zug zurück nach Tokio steigt, kann man sich noch die ganze Natur von den Schuhen waschen.

