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3 Tage, 62 Kilometer. Das ganze sieht so aus: man packt
Essen für 3 Tage nebst Kochutensilien, Geschirr und Besteck, Schlafsack und
eine Garnitur Wechselwäsche in einen Rucksack, bucht ein Bunkbed in einer
Hütte, organisiert sich ein Shuttle, das einen zum Startpunkt bringt und läuft
los.
Mein Shuttle ist Martin. Ich bin der einzige Fahrgast an
diesem sonnigen Herbstmorgen. Die 110 km legen wir Dank 4WD und Martins
Fahrkünsten in einer guten Stunde zurück. Und die Straßen hier sind keine
Autobahnen sondern schmal und kurvig. Unterwegs erzählt er mir noch allerlei
Wissenswertes über die Gegend: vornehmlich, welcher Film hier unten, da drüben,
da hinten usw. gedreht wurde. Leider bin ich da kein besonders dankbarer Zuhörer,
da ich gerade mal einen Film – Lord of the Rings (was sonst) – kenne und da
eigentlich auch nicht mal den Film….
Die Etappe zur ersten Hütte ist in ein paar Stunden
absolviert. Es geht erstmal vornehmlich durch Wald. Entlang klarer Bergflüsse
und –bäche.


Die Hütte ist wie nicht anders erwartet karg. Es gibt 50 Bunks,
also Stockbetten, in zwei Räumen, 2 Klos (immerhin mit Wasserspülung), einen
Common Room mit diversen Gaskochplatten. Licht gibt es nur zwischen 19h und 22h
im Common Room. Warmes Wasser oder gar Heizung gibt es nicht. Jeder macht sich
sein Essen im mitgebrachten Campinggeschirr. Der moderne Backpacker ißt
gefriergetrocknetes Fertigessen der Marke Backcountry Cuisine, verfügbar in
allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von Spaghetti Bolognese, über Chicken
Teryaki bis hin zu Moroccan Lamb. Ich esse meine asiatische 5-Minuten-Terrine.
Es schmeckt bestimmt eh alles gleich.
Hier sind Leute aller Altersklassen und Nationalitäten
versammelt. Nicht nur Touristen sondern durchaus auch einige Kiwis.
Abends gibt es „Hut Talk“. D.h. der Ranger erzählt allerlei
über den Track und die Natur drum herum. Man könnte ja erwarten, dass Ranger,
die in einer abgelegenen Hütte wohnen, die nur mit 5-stündigem Fußmarsch oder
im Helikopter erreicht werden kann, etwas wortkarge und einsiedlerische Menschen
sind. Aber nein. Diese Eremiten haben sogar durchaus komödiantisches Talent.
Nachts im Bett bin ich dankbar für meinen Polar Extreme
Schlafsack, mit Wohlfühltemperatur -5°, denn es ist kalt. Klirrend kalt.
Der nächste Tag führt weiter hinauf.

Erstmal sieht man nur
die Bergwelt Richtung Osten.

Aber hat man den Grat erreicht, öffnet sich der
Blick nach Osten in die Fiordlands bis zum Ozean.



Es ist atemberaubend. Das
letzte Stück hinunter zur Hütte führt durch verwunschenen Wald, mit riesigen
bemoosten Felsbrocken, auf denen manchmal sogar Bäume wachsen. Der Ranger nennt
es „Fairy Glenn“ und ja, so sieht es aus.

Die Hütte liegt am Lake McKenzie, einem klaren, türkisblauen See.


dDer dritte Tag führt weiter hinunter und schlussendlich
zurück in die Zivilisation. Fast kommt Wehmut auf, als die ersten
Motorengeräusche zu hören sind….

