Rio Celeste

Unser heutiger Ausflug führt uns in den Parque Nacional Volcán Tenorio, bekannt für seinen blauschimmernden Fluss mit fotogenem Wasserfall. Wir brechen früh auf, damit wir a) den Menschenmassen und b) dem nachmittäglichen Regen entkommen.

Bevor wir den Park betreten dürfen, erhalten wir allerdings erstmal eine Lektion in costa-ricanischer Gründlichkeit. Womit wir nicht gerechnet haben ist, dass es am Park keinen Schalter gibt, wo man die Eintrittstickets kaufen kann. Der Ticketkauf kann nur online erfolgen. Wenn man bei Ankunft noch kein Ticket hat, muss man es eben dort vor dem Eingang online erwerben. Netterweise gibt es – wie eigentlich an den meisten Orten – free WiFi, damit man nicht auf den in dieser doch recht abgelegenen Gegend nicht besonders guten Handy-Empfang angewiesen ist. Des Weiteren zeigt sich wieder einmal wie vorausschauend und hilfsbereit man hier ist, denn es stehen zwei Helfer bereit, die den umständlichen Bestellprozess am Handy für die blauäugigen Touristen durchführen. Da wir logischerweise nicht die einzigen sind, die noch keine Tickets gekauft haben, sind die aber schon gut beschäftigt. Wir versuchen es also selbst unter den Augen eines wohlwollenden Sicherheitsbeamten, der uns mit Rat – wenn auch ein wenig augenrollend – zur Seite steht. Zunächst muss man auf der Website der Nationalparkverwaltung erstmal einen Account anlegen. Danach kann man den Bestellprozess starten. Nach sehr vielen Schritten, die unter anderem die Eingabe der gewünschten Uhrzeit für den Besuch, der Anzahl der Kinder, Namen aller Besuchenden, Nationalität aller Besuchenden, Passnummer (!) aller Besuchenden und dann – ENDLICH – Kreditkarteninformationen erforderlich machen, halten wir ein elektronisches Ticket in Händen. Die Moskitos haben derweil eine Party gefeiert – was gibt es besseres als jemand, der hochkonzentriert und stillstehend versucht, einen 200-schrittigen Bestellprozess abzuwickeln. Mit triumphalem Blick (es scheint, als habe er nicht damit gerechnet, dass wir das selbst hinkriegen, weil er immer wieder meinte zwischendurch, ob wird nicht doch warten wollen, bis die Helfer frei sind) sind wir nun bereit uns von obigem Sicherheitsbeamten die Rucksäcke kontrollieren zu lassen. Da man nichts mit in den Park nehmen darf, was in irgendwas verpackt ist, und dann im Park Müll produziert, müssen wir nochmal zurück zum Auto, um dort unsere leicht überverpackten Snacks zu deponieren. Die erneute Kontrolle verläuft zur Zufriedenheit des Beamten, der uns mit einem wohlwollenden Lächeln zum Eingang weist. Ticket vorzeigen und – glücklicherweise – nicht nochmal die Pässe und wir sind drin! Puh. Erstmal Bugspray!

Nun aber zum eigentlichen Ziel unseres Besuchs – dem Rio Celeste. Durch tropisch üppige Vegetation gelangt man zunächst zum Wasserfall.

Die Beschreibung „Bilderbuchwasserfall“ trifft hier unbedingt ebenfalls zu.

Wer sich jetzt fragt, warum das Wasser so blau ist – und interessiert ist an der wissenschaftlichen Erklärung – kann sich das durchlesen:

Die kleine Wanderung führt weiter flussaufwärts, bis zu der Stelle, wo sich die beiden Flüsse treffen und die abgefahrene blaue Farbe entsteht. Unterwegs bieten sich Aussichten auf die grünen Flanken des Vulkans:

Man kommt vorbei an einer blauen Lagune

An einer Stelle sprudelt heißes Wasser in den Fluss und es riecht merklich nach Schwefel

Bis man dann die Stelle erreicht, wo das Schauspiel seinen Anfang nimmt:

Im Nationalpark selbst darf man nicht im Fluss baden, es gibt aber einen Kilometer weiter flussabwärts außerhalb es Parks eine herrliche Badestelle. Das Wasser ist toll erfrischend und einfach himmlisch

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