La Grotte Cosquer

1985 entdeckt der Taucher Henri Cosquer in den Calanques östlich von Marseille unter Wasser den Eingang in eine Höhle. Über mehrere Jahre unternimmt er immer wieder Tauchgänge in die Höhle, in der er irgendwann auf Höhlenmalereien stößt. 1991 macht er seine Entdeckung öffentlich. Es beginnt die wissenschaftliche Erforschung der Höhle. Als die Malereien in der Höhle entstanden, war diese noch Hunderte Meter entfern von der Küste. Es war die Eiszeit und viel Wasser in Gletschern gebunden. Im Laufe der Jahrtausende stieg durch die Erwärmung und das Abschmelzen der Gletscher der Meeresspiegel immer weiter an, der Eingang der Höhle wurde überspült. Weil das Wasser in der Höhle immer mal wieder ansteigt und damit die Konservierung der Malereien unmöglich ist, hat man sich entschlossen, die Höhle in ihrer Gesamtheit – mit allen Felsen, Tropfsteinen, Verwinkelungen und natürlich inklusive der Malereien – nachzubilden. Diese 1:1 Replik befindet sich neben dem Mucem im Museum Cosquer.

Schon das Äußere ist atemberaubend – das in Teilen freischwebende Gebäude von Stefano Boeri.

Der untere Teil des Gebäudes befindet sich unter dem Meeresspiegel und dorthin geht es mit Audioguide und Kopfhörer zur immersiven Erkundung der nachgebauten Grotte. Man wird in runden mehrsitzigen Wagen, wie in einer Geisterbahn durch die Grotte kutschiert. Die Erklärungen kommen in perfektem Timing aus dem Kopfhörer. Der Wagen wird immer elegant zum aktuellen Erklärobjekt gedreht. Wenn die Objekte nicht gut genug mit bloßem Auge erkennbar sind, werden sie optisch durch Beleuchtung oder Lichtkonturen hervorgehoben. Eine wirklich sehr angenehme Erfahrung und man vergisst relativ schnell, dass es sich nur um eine Kopie der eigentlichen Höhle handelt.

Es gibt eine Vielzahl von Malereien – Hände, Pferde, Bisons, Steinböcke, ein Höhlenlöwe, Robben und sogar Pinguine (die lebten während der Eiszeit tatsächlich in diesen Breiten!). Die ältesten sind 33000 Jahre alt.

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