Beppu ist in erster Linie berühmt für seine heißen Quellen. Und in der Tat, hier raucht, dampf und brodelt es an jeder Ecke. Um die schönsten Quellen haben die geschäftstüchtigen Japaner nette Gärten und sonstige Infrastruktur – Souvenir-Shops, Onsens, Toiletten – gebaut und nehmen Eintritt dafür. Sie nennen sie auch nicht einfach “hot spring” sondern gleich “hell”. Wenn so die Hölle aussieht, dann geht’s ja noch.

Das Wasser hat ideale Fußbad-Temperatur. Die wahre “Hölle” sind aber wohl die anderen Becken. Wenngleich Südsee-anmutend, hat das Wasser hier 95°C.

Wenn es auch nichts zum Baden ist, so kann man es doch als natürlichen Eierkocher verwenden. Die hartgekochten Eier kann man natürlich im Souvenir-Shop käuflich erwerben.

Manche Becken sind wegen hohen Eisenoxid-Gehalts ganz rostrot.

In anderen brodelt der Schlamm vor sich hin. Diese Schlammpötte heißen hier bozu, weil die Schlammblasen an die Glatze eines buddhistischen Mönchs (bozu) erinnern. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen.


Von diesen hergerichteten Blubberstätten mal abgesehen, dampft es aber auch einfach aus dem Gullideckel oder dem Rinnstein, wenn man hier die Straße langläuft. Allerorten steigen Dampfsäulen auf. Die ganze Stadt mutet wie ein Dampfbad an. Im Winter bestimmt ein Traum. Bei schwülen 30°C könnte man vielleicht auch darauf verzichten.
Was wir unbedingt noch ausprobieren möchten ist ein Sandbad. Dabei wird man in warmen Sand eingegraben und kann 20 Minuten gemütlich mit Blick auf’s Meer vor sich hin schwitzen. Klingt trotz der sommerlichen Temperaturen verlockend. Man bekommt eine Art Kimono an und wird dann von einer Horde eifriger Japanerinnen bis zum Hals mit warmem Sand überschaufelt. Den Sand warm zu kriegen ist in Beppu kein Problem. Das Eingraben geht ruck zuck – die Damen sind geübt und haben die Technik perfektioniert. Den sich zwangsläufig aufdrängenden Gedanken an lebendig Begrabenwerden wenn der Sand auf dem Körper immer schwerer wird, lässt man schnell hinter sich und genießt einfach nur diese angenehme Wärme und Molligkeit. Dazu das Rauschen des Meeres und der Duft nach feuchter Erde und Ozean. Sehr angenehm. Die netten Damen machen noch fleißig Fotos mit den Handys der Gäste, die man vorher bereitlegt. Es ist wie immer an alles gedacht.

Nach 20 Minuten wird man gebeten sich wieder aus dem Sandbett zu erheben. Ausschaufeln ist nicht nötig, man kann sich selbst befreien. Danach noch den Sand gründlich abgeduscht im bereitstehenden einfachen Onsen. Herrlich.
