Die findet man im Sultan-Ahmet-Viertel: Hagia Sophia, Topkapi-Palast, blaue Moschee, Yerebatan-Zisterne, großer Basar, kurz alles, was die Silhouette Istanbuls bei Nacht ziert, ist hier angesiedelt. Und früher oder später landet jede*r Besucher*in hier. Es ist eine gut geölte Maschine: die Straßenbahn T1 sammelt die Menschen im weiteren Umkreis ein und verteilt sie an den gewünschten Stationen. Die schmalen Gassen zwischen den Attraktionen sind die Open-Air-Sitzplätze von Restaurants und Cafés. Man wird nicht mal nass, weil sich die Baldachine in der Straßenmitte begegnen. Die Organisation der Menschenmassen ist japanisch-effektiv: Wegweiser (Menschen und Schilder) deuten zu den richtigen Eingängen (zum Beten? Zum Fotografieren?), die Ausgänge befinden sich an einem anderen Teil des Gebäudes. Und Schranken sorgen für geordnete Verhältnisse. Für die Schuhe, die man für das Betreten des Gebetsraums der Moschee ausziehen muss, stehen am Eingang Plastiktütenspender bereit, und am Ausgang Mülleimer, um die Tüten zu entsorgen.
Das ganze Gegend ist ein herausgeputztes Freilichtmuseum, in dem jeden Tag die gleiche Mottoparty stattfindet. Not my Circus, und dabei war ich im Winter an einem Tag mit ekelhaftem Wetter dort.
Mein Urteil wird vielleicht auch davon gefärbt, dass ich zu geizig war, um mir den Eintritt zur Zisterne der 1001 Säulen zu gönnen (50 €) und statt dessen bei Sturm und Graupelschauern durch das Areal geweht wurde, um frierend Zuflucht in der erstbesten Moschee zu nehmen, die sich als die Blaue Moschee entpuppt hat. Und das war ein Glückstreffer.






Ein sehr atmosphärischer, erhabener Ort, dem auch die vielen, nicht religiösen Besucher*innen nichts anhaben können.
