Essen wie Gott in Japan

Das Essen ist immer eine Erfahrung der besonderen Art hier. Von den liebevoll arrangierten Wachsnachbildungen der Gerichte im Schaufenster hatte ich ja schon geschrieben.

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Gestern Abend sind wir in einen Imbiss gestolpert, dessen Auslagen lecker aussahen und standen drinnen auf einmal vor einem Automaten, mit ca. 100 verschiedenen Knöpfen – alles auf Japanisch. Wir haben uns dann zusammengereimt, dass man sein Essen am Automaten auswählt und bezahlt, und den Beleg dann an der Theke abgibt. Die Herausforderung, den richtigen Knopf am Automaten zu erwischen, erschien uns dann aber doch etwas zu groß für unsere Japanisch-Kenntnisse, also sind wir wieder raus. Erst nochmal sammeln. Netterweise kam uns ein freundlicher, englischsprechender Japaner aus dem Restaurant hinterher und hat uns erklärt, wie das Ganze funktioniert. Also: gelbe Knöpfe sind warme Gerichte, blaue Knöpfe sind kalte Gerichte (es gab auch noch rote Knöpfe, aber dazu hat er nichts gesagt). Man wählt am Automaten und an der Theke sagt man dann noch, ob man das Gericht mit Soba- oder Udon-Nudeln haben möchte. Ganz einfach – und sehr traditionell und authentisch, wie er uns versicherte. Wir schauen uns also die Wachsgerichte draußen nochmal ganz genau an, merken uns die Nummer und wagen uns an den Automaten.

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Wir drücken den Knopf mit der Nummer. Nichts passiert. Ah, erst Geld einwerfen.

Es klappt – es kommt ein Zettel raus! Nächstes Gericht wählen – juhu, wieder ein Zettel. Drittes Gericht – Mist, wie war nochmal die Nummer? Nochmal raus zu den Wachsessen – Nummer merken, Taste drücken, dritter Zettel. Die Japaner im Laden fangen schon an zu schmunzeln…. Lennard wollte noch Pommes, die hatten draußen aber keine Nummer. Egal, wir können ja Japanisch – “Fureido Poteto” heißt das und wird mit japanischen Silbenzeichen geschrieben. Nach etwas Suchen finden wir die richtige Taste! Yeah – wieder ein Zettel. Jetzt zur Theke. Wir wundern uns etwas, dass er 3 Mal wissen will, welche Nudelart wir wollen. Wir setzen uns direkt gegenüber der Theke und behalten alles im Blick. 5 Minuten später winkt er uns schon, dass das Essen fertig ist. Lennards Essen sind zwei Schnitzel mit Reis und Ei, Pommes UND noch eine große Schale Nudelsuppe! Rote Knöpfe waren also wohl Menüs…

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Die dritte Schale Suppe haben wir auch noch locker weggeputzt. Wir sind mal wieder satt und zufrieden und froh darüber, dass es hier wirklich überall nette Japaner gibt, die keine Angst haben Englisch zu sprechen und uns die Welt erklären!

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