Tokio – teamLabs

Auf jeder „10 Things not To Miss in Tokyo“ Liste taucht seit ein paar Jahren verlässlich teamLabs auf. Es handelt sich um ein Künstler-Kollektiv, das große Räume mit digitaler Kunst bespielt und zu einer immersiven Erfahrung für die Betrachter werden lässt. Wir haben uns Karten für die kleinere der beiden Ausstellungen – teamLabs Planet – besorgt. Wir haben gegoogelt und Empfehlungen und Erfahrungsberichte gehört und gelesen, aber so ganz genau wussten wir nicht, was uns erwarten würde. Vorwegnehmend kann man sagen, es hat jede Vorstellung übertroffen und war wie nichts, was wir je zuvor erlebt haben.

Eine unglaubliche Komposition aus Farben, Licht, Klang und Geruch. Eine Erfahrung für alle Sinne. Wahnsinnig abgefahren und wunderschön anzuschauen, aufzunehmen, zu erfahren und erleben.

Man läuft barfuß durch einen mit Spiegeln ausgekleideten Raum. Von der Decke hängen Stäbe mit LEDs, die in den unterschiedlichsten Farben zu leuchten beginnen. Mal ist der Raum dunkel und die LEDs sind wie Tausende Sterne, mal ist es hell und alles leuchtet bunt. Durch die Spiegel erscheint der Raum unendlich. Man läuft durch ein Meer aus Lichtern.

In der nächsten Installation steht man fast bis zu den Knien in Wasser. Auf die Wasseroberfläche werden bunte, sich bewegende Fische und Wasserpflanzen projeziert.

Von dort geht es weiter in einen Raum gefüllt mit einer Unmenge von weißen elastischen Bällen. Das Licht ändert immer mal wieder die Farbe. So entsteht ein Kunstwerk aus Farbkreisen für die Betrachtenden.

Als nächstes findet man sich in einem digitalen Blütenhimmel. Auf dem Boden liegend schweben digitale Blumen und Blüten aller Formen und Farben über einen hinweg. Zum Visuellen kommt der Geruch – es duftet intensiv floral.

Danach folgt ein buntes Pottpurri aus Mitmachspielen bevor man einen digitalen Wald betritt mit allerlei Tieren aus diversen Erdzeitaltern. Man schaut und staunt und fühlt sich mittendrin.

Das Ende bildet ein Garten aus Tausenden schwebenden echten Orchideenpflanzen. Sie bewegen sich auf und ab, je nach dem wie sich die Besuchenden bewegen. Sie geben einen Weg frei wenn man sich in eine Richtung bewegt. So befindet man sich auf einmal mittendrin im Pflanzenwald, die Orchideen nur wenige Zentimeter vor und hinter einem. Um wieder rauszukommen bewegt man sich Schritt für Schritt in die andere Richtung und wartet, bis die Orchideen den Weg freigeben. Es ist total entschleunigt. Nichts bewegt sich schnell – weder die Betrachter noch die Planzen.

Wir sind überwältigt von all dem. Im Outdoor-Café genießen wir noch ein veganes Eis und lassen das alles nachwirken. Es ist inzwischen dunkel geworden. Die Temperatur ist angenehm lau. Glücklich und voller Eindrücke treten wir den Nachhauseweg an.

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