Vom zentralen Hochtal hinab in den Regenwald

Gestern haben wir die Hauptstadt hinter uns gelassen, um nach Nordwesten – nach La Fortuna – zu fahren. Allzu wehmütig aus San José weg zu müssen waren wir nicht.

Zu unserem Ziel sind es laut Waze knapp 100 km. Die Fahrzeit wird mit 2 Stunden und 30 min angegeben. Warum das so lange dauern soll, wird uns schnell klar – selbst auf der „Autobahn“ kommt man nur langsam voran. Meistens ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 60 km/h. So genau weiß man allerdings nie, wie schnell man eigentlich fahren darf. Die Beschilderung sowohl als Wegweiser wie auch zu Höchstgeschwindigkeiten, Überholverboten, Einbahnstraßen etc. ist eher sparsam. Wollten schon 2x in eine Einbahnstraße abbiegen, weil diese nicht als solche erkenntlich war und wurden nur durch das wilde Winken von Passanten davon abgebracht.

Auf halbem Weg nach La Fortuna, kamen wir plötzlich nicht weiter, weil die Straße spontan gesperrt worden war wegen eines Brückenschadens. Natürlich gab es keine ausgeschilderte Umleitung (Schildersituation siehe oben). Ein sehr freundlicher Polizist hat uns erklärt, wie wir stattdessen fahren müssen und uns sogar in Waze die richtige Route eingegeben.

Der Umweg kostete uns eine Stunde, die Strecke war sehr idyllisch, durch kleine Dörfer ziemlich hoch oben. Was uns ebenfalls erstaunt ist, dass Costa Ricaner offensichtlich sehr fahrradbegeistert sind. Auf der Strecke begegneten uns viele auf Rennrädern und Mountainbikes – bewundernswert, denn gegen das Terrain hier ist Stuttgart die Norddeutsche Tiefebene. Ständig geht es rauf und runter und das kilometerweit auf engen, schlecht asphaltierten Straßen. Fahrradwege sind uns noch keine aufgefallen – teilweise fahren die Radfahrer sogar auf der Schnellstraße. Auch Fußgänger laufen oft am Straßenrand oder auf dem Seitenstreifen. Geht alles sehr zivilisiert zu – jeder nimmt Rücksicht und man arrangiert sich. Sehr sympathisch.

Hier in La Fortuna ist alles grün – es ist tropisch heiß und feucht. Regenwald wechselt sich mit sattgrünem Grasland ab. Überall zwitschert und zirpt es.

Unsere Unterkunft ist eine Cabana ganz aus Holz in einem tropischen Garten über einem kleinen Bach.

Unser erster Ausflug geht zu einem Wasserfall in der Nähe. Der Reiseführer nennt ihn zurecht „Bilderbuchwasserfall“

Mann kann sogar baden. Allerdings ist das nicht so romantisch, wie man es sich vorstellen mag – das Wasser tost und die Strömung ist so stark, dass man sofort wieder an den Rand gedrückt wird.

Etwas weiter flussabwärts badet es ich gemütlicher

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